Methode


Die Psycho Somatische FunktionsLehre (Psycho = Seele, Soma = Körper) nach der Methode Bet Hauschild-Sutter®[1] ist eine Bewegungsarbeit, die sich an der menschlichen Entwicklung, von der Geburt bis zum aufrechten Gang, orientiert. Bewegungsfunktionen des Körpers, Bewegungsausdruck sowie Gefühl und Geist werden miteinander verbunden. Sie wird präventiv als auch therapeutisch eingesetzt, findet Anwendung im medizinischen, psychiatrischen und pädagogischen Rahmen und richtet sich an gesunde und kranke Menschen jeden Alters. Frau Hauschild-Sutter wurde 1914 geboren und hat die Methode in den 50er Jahren als Pionierin der Bewegungsschulung entwickelt.

Die Basisarbeit der Methode bilden die so genannten PSFLGrundlagen. Dabei werden Bewegungsabläufe in verschiedenen Lagen verbal vermittelt. Mehr dazu…

Als Grundlage für die Bewegungsabläufe dient die phylogenetische[2] und ontogenetische[3] Bewegungsentwicklung des Menschen. Das bedeutet, die Bewegungssequenzen werden einerseits aus Elementen entwickelt, die unseren biologischen Vorfahren eigen waren (z. B. schlangenähnliche Bewegungen, Bärengang), andererseits aus Elementen, die aus der Bewegungsentwicklung des Individuums stammen und mit denen sich der Säugling und das Kleinkind alle nötigen Voraussetzungen wie Kraft und Koordination antrainiert (z. B. rollen, sich drehen, krabbeln), um später aufrecht gehen zu können.

Die Bewegungsabläufe werden verbal angeleitet und nicht vorgezeigt. Damit wird erreicht, dass die Teilnehmerin / der Teilnehmer die Bewegung nicht kopiert, sondern die volle Konzentration auf den eigenen Körper lenkt. Das persönliche Bewegungsverhalten wird dadurch bewusster erlebt und die Anweisungen werden individuell nach den eigenen Möglichkeiten umgesetzt. Die Verbindung zwischen Denken und Bewegen wird gefördert.

Das Hauptanliegen der Methode ist, dass die Teilnehmenden einen sorgfältigen Umgang mit sich selbst lernen und zu ihrem individuellen körperlichen Ausdruck finden. Sie schulen ihre Wahrnehmung und lernen die Bedürfnisse ihres Körpers kennen. Über Jahre angeeignete ungünstige Bewegungsmuster und Fehlhaltungen können korrigiert werden.

Musik wird in der PSFL gezielt eingesetzt, nicht als Hintergrundgeräusch oder (rigider) Rhythmusgeber. Sie ist ein gestalterisches Element, das die Qualität der Bewegung hervorholt. Sie soll auch Freude und Lust erzeugen, um so den Zugang zum Körper oder zur Bewegung zu erleichtern. Die Auswahl der Musik ist nicht zufällig, sondern unterstützt die Teilenehmenden in ihrer Bewegungsarbeit und schult das Gehör und das Rhythmusgefühl.

Aus den Grundlagen entstanden sind das Training, die Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik, die Bewegungsgestaltung, die Tanztherapie und die Lösungsarbeit.


[1] EMR-Methode Nr. 184, siehe www.emindex.ch

[2] Entwicklungsgeschichte aller Lebewesen (Stammesgeschichte) im Sinne der biologischen Evolution.

[3] Entwicklungsgeschichte des einzelnen Organismus als Individuum einer Art. Beschreibt einzelne Stadien der Entwicklung beginnend mit der embryonalen Entwicklung bis zum erwachsenen Lebewesen.